W123 Diesel, liasgrau. Der Vollmetalldaimler Vol. II
Ein "neuer" 200 Diesel aus der Baureihe 123
Alles hat einmal ein Ende: Wann, das hat man selbst in der Hand
Es wäre fast schon Blasphemie, würde ich der Baureihe 123 zu Gunsten neuzeitlicher Plastikfahrzeuge den Rücken kehren.
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"...Der letzte Mercedes, dem die Träume der Bundesrepublik noch ins Blech gepreßt waren."
[Süddeutsche Zeitung, 2001]
Zugegeben: ich habe nach dem Verkauf des weißen 200 D schon auch mit
Fahrzeugen der Baureihen 124, 202 oder auch 210 geliebäugelt. Auch freundete
ich mich mit dem elegantensten Mercedes aller Zeiten an: einem Sechszylinder
der Baureihe 126.
Doch es dauerte nur wenige Tage, bis ich auf den Boden der Realitäten landete.
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![[Grafik Willkommen zu Hause]](../../../de/vergroessernpix/fotos_klein/wi-rv_85/wirv_85_03.jpg)
- Zeitlos: der Innenraum
Denn die rein sachliche Auflistung von Fakten führt automatisch, quasie einem Naturgesetz
gleich, zur Entscheidung für einen 123er Diesel.
Obgleich ich – wäre ich im Besitz einer Garage– auch gern einen W 115 Diesel
(200D/8) gekauft hätte, habe ich mich nach nettem E-Mail- Kontakt mit dem Autohaus
Weitkamp aller Terrorgefahr zum Trotz am 21. August 2006 unter das bahnfahrende Volk
gemischt und habe die Reise in das schöne, satt grüne Westfalen angetreten.
Herr Lusmöller vom Autohaus Weitkamp hat mich am Bahnhof abgeholt: mit dem 123er.
Die Fahrt ins Autohaus nutzte ich als Probefahrt.
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![[Grafik WI - RV 85 von hinten]](../../../de/vergroessernpix/breit/fotos_klein/wirv_85_02.jpg)
- eine zeitlos schöne Farbe: liasgrau
Ausgezeichnet:
Das Autohaus hat in altbewährter Mercedes-Qualität einen Ölwechsel mit Filterpflege
durchgeführt, sowie die Bremsflüssigkeit gewechselt.
Der Wagen wurde in den letzten Jahren als Sommerfahrzeug genutzt.
Die 18 Jahre zuvor war er in Rentnerhand. Der Zustand der Karosserie ist außergewöhnlich
gut. Dieses Fahrzeug weist nur an sehr wenigen Stellen Korrosionserscheinungen auf:
Hier ist Werterhaltung das oberste Gebot.
Standpunkt
EU-Richtline für uns Konsumtrottel
Seit dem 1. Januar 2002 haftet ein Verkäufer volle zwei Jahre für
alle Mängel, die ein Fahrzeug beim Verkauf hatte.
Das Inkraftreten dieser Richtline wurde euphorisch und völlig
naiv gefeiert – ohne jegliche Weitsicht.
"Die Auswirkungen auf den
Fahrzeughandel und das Kfz-Handwerk sind gewaltig."
hieß es damals.
Die Folge: Kein seriöser Autohändler bietet heute noch ältere
Gebrauchtwagen an. Dabei gibt es unzählige gute 190er, die für
Fahranfänger ideal wären.
Da lobe ich mir die Zeit, als Mercedes-Häuser noch gut gepflegte
Gebrauchte älteren Semesters verkauften und sich im Falle eines Falles kulant
zeigten.
Damit ist jetzt Schluss: Solange ihn das Gesetz zwingt, zwei volle Jahre
auf alle Teile zu geben, wird keine Niederlassung ältere Autos verkaufen.
Ganze Zielgruppen werden somit ausgegrenzt.
Das Geschäft übernehmen schwer kontrollierbare, oft unseriöse Hinterhof-Händler.
Danke, Brüssel.
Die Fahrt nach Wiesbaden: der Motor zieht kräftig durch, die 238.000
Kilometer scheint er nur geradeaus und ohne Steigung bewältigt zu haben.
Ein Blick in den Brief gibt Gewissheit: der Wagen war sein ganzes Autoleben
nur im Norden Westfalens unterwegs. Dort sind die größten Steigungen bekanntlich
nur Maulwurfshügel.
[
In dem Auto atmet westfälische Gelassenheit
]
Die erste unangenehme Bekanntschaft mit Wiesbadner Straßenverhältnissen machte der Wagen
dann um 22:00 Uhr: kurz vor der Wohnung auf dem Bismarkring entledigte der Wagen sich
mit lautem Scheppern und Getöse von seinem Auspuff. So wurde tags drauf auch dieses
Verschleißteil ersetzt.
Die Polster sind schwarz und das Armaturenbrett ohne jeglichen Riss.
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![[Grafik WI - RV 85 von vorn]](../../../de/vergroessernpix/breit/fotos_klein/wirv_85_01.jpg)
- Natürlich besseR+Versichert.
Karosseriebauer Jörg Finster hat den Wagen am nächsten Tag ausgiebig begutachtet.
Es werden die Korrosionsschäden an den Radläufen, sowie ein unfachmännisch reparierter
Unfallschaden am Heck behoben und das Fahrzeug hohlraumversiegelt.
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Willkommen zu Hause. Der Innenraum im W123 ist ergonomisch perfekt.
Der Wagen hat ein neues Radio und Lammfellbezüge spendiert bekommen.
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![[Grafik konservierungsplan_kl.jpg]](../../../de/vergroessernpix/fotos_klein/wi-rv_85/konservierungsplan_kl.jpg)
- Konservierung
Nun sieht er einem noch hoffentlich langem Autoleben entgegen.
Ein Katalysator wurde eingebaut und sorgte für Unbehagen bei der
Zulassungsstelle: man war dort mit den geschaffenen Fakten etwas
überfordert ;-)
Natürlich genießt dieser Wagen einen hervorragenden, beruhigenden
Versicherungsschutz bei R+V.
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In guten Händen: Restauration meines W123 bei Jörg Finster im September
Der renommierte Karosseriebauer Jörg Finster nahm sich im Herbst 2006 mit seiner Mannschaft der Karosserie an.
[
Hohlräume perfekt geflutet: Der Wagen tropfte noch 3 Tage
]
Eine Restauration mit anschließender Hohlraumversiegelung war angesagt.
Die Hohlräume der Karosserie wurden bei Karosserie Finster so
perfekt geflutet, dass der Wagen noch drei Tage lang getropft hat.