Sinnvoller Werterhalt von Youngtimern

Fahrverbot in Innestädten: Frankfurt, Mannheim und andere machen es vor

Die "jetzt-darf-ich-Gas-geben-Plakette" kommt

Ein Leserbrief von Matthias Peters vom 18.03.2007

Endlich: Man hat sich zu großen Taten durchgerungen. Die Städte bekommen Umweltzonen, Old- und Youngtimer müssen draußen bleiben.

Altfahrzeuge

Es werden weniger

Der Bestand von Altfahrzeugen in der Bevölkerung wird durch natürliche Prozesse wie zum Beispiel gestiegene Komfort- und Sicherheitsbedürfnisse, Konsumgeilheit, Rostschäden, Verschleiß und Unfallschäden von ganz allein immer weniger.
Es ist absurd zu glauben, man könne durch das Aufstellen von Schildern diesen Prozess beschleunigen.
Eine Minderheit betreibt aus Liebhaberei oder auch aus okologischen und ökonomischen Überzeugungen einen Werterhalt von Youngtimern.
Das Verkehrsaufkommen dieser Fahrzeuge, gemessen am Gesamtverkehr, führt nicht zu einer messbaren Erhöhung der Feinstaubbelastung oder gar an CO2. Statt die Halter dieser Fahrzeuge zu bestrafen, sollten Kat-Hersteller verpflichtet werden, für solche Fahrzeuge Nachrüstsätze zu liefern.

Es gehört für mich als Halter und Fahrer des zuverlässigsten und langlebigsten Autos aller Zeiten ohnehin längst zum guten Ton, nicht hemmungslos durch Wohngebiete zu dieseln oder als Tourist und Besucher anderer Städte mit dem Fahrzeug bis vor das Rathaus zu fahren.

Es muss -unabhängig von Abgasnormen und Plaketten- jeder Autofahrer das Fahren aus Bequemlichkeit und um seiner selbst willen einschränken. Die Bequemlichkeit darf nicht siegen. Es ist ein schaler Trugschluss zu glauben, mit einer grünen Plakette nunmehr einen Freibrief für zügellosen, innerstädtischen Individualverkehr zu haben.


Den Anreiz für eine "jetzt-darf-ich-wieder-Plakette" zu schaffen, ist daher der falsche Weg. Ziel muss sein, die Innenstädte grundsätzlich zu entlasten.

So kann es nur einen Weg geben: die City-Maut. Für jeden PKW in gleicher Höhe. Damit wird nicht nur eine spürbare Feinstaubreduzierung erreicht, sondern die Verkehrsdichte insgesamt dürfte abnehmen. Leider fehlt hierzu der Mut, denn das ist lokalpolitisch unbequem und kostet Wählerstimmen.

Es wäre aber wichtig und richtig, würde Wiesbaden hier einen Vorreiterolle einnehmen. Während Städte wie Mannheim und Frankfurt weiterhin -wenn auch im grün-plakettiertem- Stadtverkehr ersticken, könnte man in einigen Jahren neidvoll auf
Wiesbaden blicken und sagen: dort wurde es richtig gemacht.


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Fahverbote für solche Fahrzeuge machen keinen Sinn.

Sollte es jedoch in unserer Stadt zu einem solchen Szenario kommen wie in Mannheim oder Frankfurt, kann es für Anwohner, die ihren Youngtimer aus Liebhaberei oder ökologischer Nachhaltigkeit erhalten, nur eine Lösung geben:
Der geschlossene Boykott der KFZ-Steuer. Denn ein Fahrverbot von und zur eigenen Wohnung kommt einer Zwangsstillegung gleich: verdonnert zum ruhenden Verkehr, besteuert nach Abgasnorm E1, obwohl keinen Meter gefahren.


zuletzt geändert am 25.03.2007, 13.28 Uhr
© 2007  Matthias Peters

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